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Karfreitagsbotschaft des Kirchenpräsidenten

Halt und Hoffnung in Einsamkeit finden – Flüchtlinge nicht vergessen

Beten

Tiefe Gefühle vor Gott bringen

In seiner Botschaft zu Karfreitag hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung angesichts der Kontaktsperren an die Trost spendende Kraft der Leidensgeschichte von Jesus Christus erinnert. Gerade in der Leidensgeschichte Jesu spiele auch die schwere Last der Einsamkeit eine wichtige Rolle. Gleichzeitig mahnte Jung, in der Coronakrise auch das Schicksal der Flüchtlinge in den griechischen Lagern nicht zu vergessen.

Halt und Hoffnung in Einsamkeit finden

Dass jetzt voneinander Abstand gehalten werde, sei wichtig und richtig, erklärte Jung in einer Videobotschaft, die zu Karfreitag erscheint. Abstand halten könne aber auch Isolation und Einsamkeit bedeuten. Die Leidensgeschichte Jesu erzähle vom einsamen Gebet im Garten Gethsemane, von der Einsamkeit in der Todesstunde und dem Dunkel des Todes. Sie stelle dar, dass Gott im Leiden seines Sohnes Jesus Christus Einsamkeit und Leiden teile. Das könne Kraft und Halt geben, weil damit auch verbunden sei, dass Leiden und Tod überwunden werden. Daran erinnere das bevorstehende Osterfest. Jung: „Das ist eine große Geschichte. Ich wünsche, dass sie in diesen Tagen denen Kraft gibt, die krank und einsam sind. Und dass sie allen Kraft gibt, die Abstand halten müssen. Kraft durch den, der die Einsamkeit kennt, auch des Schmerzes und des Todes. Und der sie überwunden hat und uns nah ist – überall und zu aller Zeit.“

Solidarität gilt auch Geflüchtete in Coronakrise

Über seine Video-Botschaft hinaus erklärt Kirchenpräsident Jung: „Der Blick auf das Leiden von Jesus Christus lenkt den Blick aber auch immer auf das Leiden von Menschen, die besonderes Leid zu ertragen hätten. Gerade jetzt ist es geboten, die Not und das Leiden flüchtender Menschen nicht zu vergessen und ihnen zu helfen. Wer heute auf das Kreuz schaut, der sieht auch die Menschen, die auf den griechischen Inseln unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten werden, ohne ausreichende Versorgung, ohne Zugang zu dem notwendigen Schutz.“ Die Situation in den völlig überfüllten Lagern sei unhaltbar, täglich würden dort „Menschen ihrer Würde beraubt“. Es sei zu befürchten, dass angesichts der Corona-Pandemie eine humanitäre Katastrophe kurz bevorsteht. „Die Lager müssen umgehend geräumt werden. Schutzsuchende müssen evakuiert und auf die europäischen Länder verteilt werden, denen an der Menschenwürde und den Menschenrechten liegt und die deshalb bereit sind, Flüchtlinge zügig aufzunehmen“, so der Kirchenpräsident. Es sei zugleich unverständlich, dass vier Wochen nach der Ankündigung, minderjährige Schutzbedürftige aufzunehmen, kaum etwas geschehen sei. „Dass jetzt gerade einmal 50 von ihnen tatsächlich kommen dürfen ist  gut und zugleich beschämend“, so Jung Alleine die aufnahmebereiten Kommunen in Deutschland böten seit Monaten mehr als 4.000 Plätze an. „Das Gebot der Stunde heißt Solidarität“, betont Jung. „Das gilt in der Coronakrise, das muss aber auch genauso in der aktuellen Krise der Menschenrechte und des Flüchtlingsschutzes in Europa gelten.“

Hintergrund Karfreitag

Am Karfreitag erinnern Christinnen und Christen an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Der Begriff „Kar“ leitet sich dabei vom althochdeutschen „kara“ ab, was mit Klage oder Trauer übersetzt werden kann. Nach christlichem Verständnis offenbarte sich Gott im Leben und Sterben Jesu. Gott selbst litt in Gestalt des unschuldig Gekreuzigten mit. Darum wurde das Kreuz im Christentum in der Folge zum Zeichen für Leid, Mitgefühl, Erlösung und Auferstehung.

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