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Wenn das Geld für Schulhefte nicht reicht

Sie befinden sich hier: Spendenprojekt des Evangelischen Familienzentrums Friedberg: Wenn das Geld für Schulhefte nicht reicht Ev. Familienbildung Wetterau Für manche Familien bringt der Beginn eines neuen Schuljahrs enorme finanzielle Belastungen mit sich. Neues Schulmaterial muss besorgt werden, Hefte und Stifte müssen angeschafft, kaputte Mäppchen ersetzt werden.

Für Hartz-IV-Empfänger, Flüchtlingsfamilien und alleinerziehende Mütter und Väter ist es oft eine große Herausforderung, diese Anforderungen erfüllen zu können. Wenn jeder Euro zweimal umgedreht werden muss, gehen die Kinder im schlimmsten Fall ohne die entsprechenden Hefte in der Schule. Welche Materialen bei einzelnen Kindern fehlen, stellen die Lehrerinnen und Lehrer dann oft erst mitten im Unterricht fest. Es dürfe nicht sein, dass Kindern aus armen Familien in der Schule ein Nachteil entstehe, findet der Friedberger Pfarrer André Witte-Karp. Kinder aus Hartz-IV-Familien erhalten vom Staat bis zu 100 Euro im Jahr für den Schulbedarf. Dieser Betrag reiche jedoch bei weitem nicht aus, so Witte-Karp. Vor zwei Jahren startete er deshalb gemeinsam mit dem evangelischen Familienzentrum die Aktion „Alle können lernen.“ „Das Projekt ist niedrigschwellig weil den Kindern fehlende Schulmaterialien in der Schule zur Verfügung gestellt werden,“ so Witte-Karp. Geholfen wird unbürokratisch und direkt dort, wo der Bedarf entsteht. Auf Sachspenden verzichten die Projektverantwortlichen ganz bewusst, damit alle Kinder das gleiche neue Schulmaterial bekommen.

Das evangelische Familienzentrum Friedberg ist eine gemeinsame Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde Friedberg und der evangelischen Familienbildung. Zu Beginn wurde die Aktion durch den Armutsfond des Evangelischen Dekanats Wetterau unterstützt. Der finanzielle Bedarf wird ausschließlich durch Kollekten und Spenden gedeckt. Neun Schulen beteiligen sich mittlerweile an der Aktion und nehmen die Unterstützung dankbar an. Dazu gehören alle sieben Grundschulen in der Friedberger Kernstadt und den Stadtteilen und die Henry-Benrath-Gesamtschule. In diesem Jahr ist noch die Johannes-Vatter-Schule hinzugekommen, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Hören. Jede Schule hat einen besonderen Schrank, in dem die gespendeten Materialen aufbewahrt werden. 500 Euro Spendengelder aus dem Projekt erhält jede Schule zu diesem Zweck. Drei Friedberger Fachgeschäfte ermöglichen einen erheblich verbilligten Einkauf des Materials.

„Um Kinder auch weiterhin unterstützen zu können, sind wir natürlich auf weitere Geldspenden angewiesen“, unterstreicht Witte-Karp. Um neue Spender zu werben, veranstaltet das  Evangelische Familienzentrum am 1. September ein Benefizkonzert zu Gunsten des Projekts. Auf dem Programm steht „Hänsel und Gretel – Oper en miniature“, gelesen von der Friedberger Märchenerzählerin Angela Adhikari und musikalisch begleitet von dem mittelhessischen Klarinettenquartett Clarimundo. Das Thema Kinderarmut werde auch im Märchen Hänsel und Gretel thematisiert, erklärt die Leiterin der Evangelischen Familienbildung, Andrea Kube. Daher passe das Thema sehr gut zu „Alle können lernen.“ Bildung dürfe nicht an fehlenden Lernmitteln scheitern, so Kube. Letztlich profitiere die ganze Schulgemeinschaft davon, wenn alle Schülerinnen und Schüler gut ausgestattet seien. Das Konzert findet um 16 Uhr im Gemeindezentrum West, Wintersteinstraße 39 statt. Der Eintritt ist frei. „Alle können lernen“ hat ein Spendenkonto bei der Evangelischen Bank, Ev Regionalverwaltung Wetterau, I B A N : D E 2 9 5 2 0 6 0 4 1 0 0 0 0 4 1 0 0 2 5 5.


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